Hierbei wird der Stuhlgang über drei Tage auf
minimale, mit dem Auge nicht sichtbare, Blutspuren untersucht. Sie
müssen zu Hause eine kleine Stuhlprobe auf einen vorgefertigten
Teststreifen (den Sie vorher von Ihrem Arzt erhalten) aufbringen und
diese dann in ihrer Arztpraxis abgeben. Das Labor kann dann selbst
kleinste Blutbeimengungen im Stuhl feststellen, was auf einen möglichen
Dickdarmkrebs hinweisen kann.
Womit wir bereits beim Problem wären: Der
Papierstreifentest ist nicht perfekt. Blutspuren im Stuhl können viele
Ursachen haben, wie z. B. Blutungen aus Hämorrhoiden (ein positiver
Test ist jedoch selbst bei blutenden Hämorrhoiden meist ein Hinweis auf
eine andere Blutung im Margen-Darm-Bereich und nicht auf die
Hämorrhoiden). Und manchmal zeigt der Test nach dem Verzehr von
bestimmten Nahrungsmitteln (z. B. manchen Gemüsearten, Fleisch) und
Medikamenten (Eisentabletten, Aspirin, Vitamin C etc.)
fälschlicherweise die gleiche Reaktion wie bei Blutspuren an, obwohl
kein Blut im Stuhl ist.
Ein negativer Test, d. h. kein Blutnachweis im
Stuhl, ist auch kein sicherer Beweis, dass kein Dickdarmkrebs vorliegt,
denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten.
Daher sollten Sie wissen: Auch mit einem unauffälligen
Testergebnis gilt es, auf Auffälligen beim Stuhlgang zu achten -
insbesondere auf sichtbare Blutspuren -, aber auch auf neu aufgetreten
Durchfall oder Verstopfung. Dann sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Trotzdem bleiben diese einfache Testart eine
sinnvolle Einrichtung zur unkomplizierten aber eben auch störanfälligen
Früherkennung eines Dickdarmkrebses. Vorausgesetzt, man hält Sich an
den jährlichen Turnus ab dem 50. Lebensjahr.
Statistiken haben gezeigt, dass - bei jährlicher Teilnahme
- gemessen über einen Zeitraum von 10 Jahren, bei jedem dritten Teilnehmer
ein positives Testergebnis zu finden ist. Positives Testergebnis heißt,
dass Blut im Stuhl festgestellt wurde. Das heißt aber nicht
zwangsläufig, dass Darmkrebs die Ursache dafür ist. Meist sind es
andere Ding - siehe oben -, die zu einem solchen Befund führen. Dennoch
muss in einem solchen Fall eine Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt
werden. Meistens stellt sich dann heraus, dass kein Darmkrebs vorliegt
und alles in Ordnung ist.
Ab dem Alter von 55 Jahren nimmt die Häufigkeit
von Darmkrebs deutlich zu. Der Papierstreifentest mit seiner Schwäche,
nicht jeden Krebs zu entdecken, kommt diesem erhöhtem Risiko nur ungenügend
nach. Die Krankenkassen bieten dazu eine genauere, deutlich
verlässlichere Früherkennungsmethode an: Die Darmspiegelung
(Koloskopie).